• Twitter
  • facebook
  • youtube
  • iTunes Podcast
  • rss

Neuigkeiten abnonnieren

Der Weinfreak is back – Was hat er getrieben?

(3)

Kategorie: Rosé, Süßwein, Weine Ungarn, Weißwein

… seit dem letzten Artikel vor fast genau einem Monat dann doch mehr, als nur die iPhone App programmieren und designen.

Zwischendurch war er nämlich auch mit Kamerafrau, Weinschwester, Weinschwager und den drei Kids am Balaton aka Plattensee in Ungarn, genauer im Weinbaugebiet Badacsony am Nord-West-Ufer des ungarischen Sees. Gar nicht vorrangig zum Weintrinken, sondern für einen schon vor einem Jahr geplanten Familienurlaub.

Gut, der Balaton ist noch immer ein – wenn auch gemütlicher, unaufgeregter und ländlich anmutender – Touristenpfuhl. Dass man deshalb fast überall nur eher mäßig Trinkfreude bereitenden Wein bekommt, sollte dennoch nicht zwangsläufig sein.

Leider war es aber so. Nun weiß man zwar (oder auch nicht), dass die dort angebauten – in der großen Mehrzahl weißen – Weine aus Olaszrizling, Kéknyelü (“Blaustengler”, obwohl weiß) oder auch Szürkebarát (“Graumönch”, bei uns Grauburgunder) eher einfachen Charakters und wohl nicht zur Welt-Spitze zu zählen sind. Aber ein wenig mehr als Zitronen-Gesichter und Schütteln des ganzen Körpers sollten sie schon hervor rufen.

Selbst das vom Ungarn-Kenner Peter Klinger von BorWerk empfohlene Weingut Istvándy Pincészet hatte nichts im Angebot, was uns jubeln ließ. Zwar waren die Weine durchweg gut gemacht, aber nicht animierend genug, um sie im Keller einlagern zu wollen.

So mussten die schon völlig desillusionierten vier Wein-Tiere bis kurz vor Ende des Urlaubs warten. Eher zufällig trudelten sie samt Pferdekutsche am Geburtstag des Weinschwagers in einem kleinen schnuckeligen Weingut ein, das – was ein Zufall! – ebenfalls von Peter empfohlen worden aber von den Vieren gar nicht als Besuchsziel geplant war: die Szaszi Pince (einige Verkostungsnotizen beim Peter auf BorWerk) in Hegymagas nahe Szigliget.

Es war einfach alles perfekt: Die gemütliche Kutschfahrt zuvor – Bombenwetter – ein gemütlicher Sitzplatz unter alten, Schatten spendenden Bäumen – neugierige, zottelige Hunde, die ihre Köpfe durch Löcher im Maschendrahtzaun steckten und fröhlich mit dem Schwanz wedelten – eine freundliche Mitarbeiterin des Weinguts – unser lieber und sehr Wein-kenntnisreicher Kutschführer Peter – und durchgängig leckere Weine, die meisten davon echte Nasenweine.

Lecker waren sie im Grunde alle, außer vielleicht der Spätburgunder, der ein wenig arg herb am Gaumen war. Gekauft haben wir auch einige, und zwar am nächsten Tag mit dem eigenen Pkw. Wäre ja auch wenig komfortabel gewesen, den Wein per Kutsche ins Ferienhaus zurück zu transportieren:
Den “Kabócás” genannten Olaszrizling mit toller Frucht in der Nase und schöner, mineralischer Säure am Gaumen.
Das Cuvée aus Muskotály und Zenit, letztere Rebsorte eine ungarische Neuzüchtung. Ein totaler Nasenwein, Tropenfrüchte in der Nase, wunderbare Restsüße am Gaumen.
Ferner der Süßwein aus Olaszrizling, nichts Großes, aber dennoch oder gerade deshalb viel Trinkspaß bereitend.
Zuletzt einen für den Sommer geradezu idealen Rosé aus Merlot-Trauben.

Na also, geht doch!

Egészségedre!

Die Jungwinzer bei der Begutachtung der Laubarbeit am Badacsony

Nachtrag: Ganz vergessen zu erzählen hat der zu Kalk im Hirn neigende Weinfreak, dass am Abend nach der Kutschfahrt des Weinschwagers Geburtstag im Weinberg unserer Gastgeber Jörg und Anette gefeiert wurde. Mit Gulasch, Zigeuner-Musik und Olaszrizling.

Zuletzt, eine Idee des lieben Jörgs zum Geburtstag des Weinschwagers, pflanzte die Wein-Familie vor jeder Reihe Olasz noch einen Rosenstock und ein jeder Stock wurde mit einem selbst gestalteten Täfelchen benamst.

Der Weinfreak, ganz viraler Marketinger, nutzte diese schöne Idee für Schleichwerbung:

Der Weinfreak verkostet Schmitges Erdener Riesling vom Roten Schiefer Kabinett

(4)

Kategorie: Verkostungen, Weine Deutschland, Weinvideos, Weißwein

Dritter Wein am vergangenen Freitag im Rahmen der Familienverkostung einfacher Rieslinge war der deutlich restsüße Riesling “Vom Roten Schiefer” des Weinguts Andreas Schmitges von der Mosel.

Das Weingut Schmitges kennt man seit 1744. Seit 1990 führt Andreas Schmitges mit seiner Frau Waltraud das Gut.

Der Name Erdener Riesling vom Roten Schiefer Kabinett deutet auf Schiefer und Lehm hin, den man in der Gegend vorfindet. Laut Site des Weinguts kommt der Riesling aber nicht direkt aus der Gemeinde Erden, sondern von der Lage Rachtiger Deutschherrenberg nebenan.

Der Wein zeigte sich mit gerade einmal 8.5% Alkohol als deutliche Zuckerbombe. Ein qualitativ hochwertiger Wein, dem Weinfreak nebst Familie wollte das aber auf Teufel komm raus nicht schmecken.

Geschmäcker sind verschieden:

Erzeuger: Andreas Schmitges Rebe/Cuvée: Riesling
Wein: Erdener Riesling vom Roten Schiefer Kabinett Jahrgang: 2009
Region: Erden (Lage: Rachtiger Deutschherrenberg), Mosel, Deutschland Alkohol: 8,5 % vol.

Gekauft: Wein-Bastion Ulm Preis: 7,70 € / 0,75l
Verkostet: 07.05.2010 in Illerberg Wertung:

Die Nase war sehr verschlossen und gab nicht viel her außer ein wenig dezente Aprikose.

Im Mund “witzig, sprudelig”, aber insgesamt doch viel zu viel sehr direkte Süße, die ein wenig wie beigemischt wirkt.

Nichts desto trotz ein guter Wein, eben Geschmackssache

 

Der Weinfreak verkostet Dr. Loosen Riesling trocken

(4)

Kategorie: Schnäppchen, Verkostungen, Weine Deutschland, Weinvideos, Weißwein

Der zweite Wein des vergangenen Freitags war der Einstiegsriesling von Dr. Loosen, einem der renommiertesten Weingüter an der Mosel.

Seit 200 Jahren im Familienbesitz, wird das Weingut seit 1988 von Ernst Loosen geführt, 2001 vom Gault-Millau zum Winzer des Jahres gewählt. Das weckte natürlich im Vorfeld hohe Erwartungen …

Und die wurden gar nicht enttäuscht, der Riesling präsentierte sich animierend und von hoher Balance. Die Salzigkeit im Mund, der oft zitierten Riesling-Mineralität geschuldet, erzeugt Trinkspaß pur und bei jedem Schluck denkt man schon an den nächsten.

“Immer mehr davon, trinken, jetzt!”

Erzeuger: Dr. Loosen Rebe/Cuvée: Riesling
Wein: Riesling trocken Jahrgang: 2009
Region: Bernkastel, Mosel, Deutschland Alkohol: 12,0 % vol.

Gekauft: Ronaldi Preis: 6,75 € / 0,75l
Verkostet: 07.05.2010 in Illerberg Wertung:

In der Nase etwas grüner Apfel, vor allem aber viel Mineraltität und Noten von Stahl.

Am Gaumen knackige, aber balancierte Säure, wieder etwas Apfel, vor allem aber Salz, das zum Weitertrinken animiert.

Auch dieser Riesling rangiert unter 7 EUR und ist ein Schnäppchen!

 

Der Weinfreak verkostet Margarethenhof-Ayl Riesling Schieferstein “feinherb”

(5)

Kategorie: Schnäppchen, Verkostungen, Weinbaugebiete, Weine Deutschland, Weinvideos, Weinwissen, Weißwein

Das war am letzten Freitag, aber aktuell kommt der Weinfreak ja zu nichts, die Entwicklung der aktuellen iPhone App ist in der Hochphase, Mann!

Am Freitag stand die Verkostung von Einstiegsrieslingen der Mosel auf dem Programm. Bevor es ans Verkosten mit Weinschwester & Weinschwager ging, erzählte der Weinfreak jedoch zuerst einiges über das Weinbaugebiet Mosel, das bis 2006 noch Mosel-Saar-Ruwer hieß.

Mit Trier befindet sich an der Mosel der wohl älteste Weinort Deutschland. Bereits seit den ollen Römern wird hier Wein angebaut.

Und die Mosel wartet mit einigen Superlativa auf. So ist es das größte Steillagenweinbaugebiet der Welt und mit über 5.300 ha ebenso das größte Rieslinganbaugebiet weltweit.

Die Böden an der Mosel bestehen in der Hauptsache aus Schiefer und Muschelkalk. Auf ca. 9.000 ha beackern über 5.000 Winzer 19 Großlagen und 524 Einzellagen.

Neben dem Riesling mit etwa 60% werden an der Mosel noch zu 14% Rivaner (oder Müller-Thurgau, aber der Titel klingt sowas von bescheuert), 6% Elbling, 4% Spätburgunder etc. pp. angebaut.

Doch genug, der Fachsimpelei, jetzt wird getrunken! Und zwar ein Wein, der gar nicht von der Mosel stammt, sondern vom Nebenfluss Saar, genauer der Ayler Kupp.

Erzeuger: Weingut Margaretenhof Jürgen Weber Rebe/Cuvée: Riesling
Wein: Riesling Schieferstein “feinherb” Jahrgang: 2009
Region: Ayl (Lageninfo), Mosel, Deutschland Alkohol: 12,0 % vol.

Gekauft: Ronaldi Preis: 6,45 € / 0,75l
Verkostet: 07.05.2010 in Illerberg Wertung:

Noch leicht Kohlensäure im Glas, Pfirsich in der Nase. Erinnert ein wenig an den Elbling des gleichen Weinguts.

Sehr süffig zum Trinken, vor allem durch die leichte Restsüße. Harmonischer Eindruck ganz weit hinten.

Insgesamt könnte er ein wenig mehr hergeben, aber oft will man es ja auch nicht spannend und kompliziert.

Ein spritzig-frischer Kerl, der vor allem an lauen Sommerabenden mächtig viel Spaß machen wird.

Für unter 7 EUR zudem ein Schnäppchen!