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Der Weinfreak verkostet Weine von Dirk Würtz

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Kategorie: Rotwein, Verkostungen, Weine Deutschland, Weinmenschen, Weinvideos, Weißwein


Mensch, am Freitag war es schön!

Denn da hatten Weinfreak, Weinschwester, Weinschwager, Wein-Azubi Manuel und Kamerafrau die Weine von unser aller Blogggward Dirk Würtz auf dem Programm. Die Verkostung war mit Spannung erwartet worden, denn wer wie Dirk im Internetz solch deutliche Spuren hinterlässt und die Weinwelt mit Kreativität, Witz und Intelligenz jeden Tag aufs Neue bereichert, der muss dann wohl auch als Weinmacher einiges vorzuweisen haben. So die Annahme.

Und die wurde deutlich bestätigt. Alle verkosteten Weine können nur auf das Wärmste empfohlen werden, zumal sie ein tolles Preis-/Leistungsverhältnis bieten. Viel Wein, viel gut, wenig Geld – vergleichsweise. (Man muss in diesen Tagen, nachdem die Regierung gerade den Hartz IV-Regelsatz um satte 5 EUR erhöht hat, aufpassen, wenn man über Geld und den Wert des Geldes spricht.)

Vorstellung des Weinmenschen Dirk Würtz durch den Weinfreak im Video:

Im Video hat der Weinfreak versprochen, sämtliche relevanten Links zu Dirk Würtz auf der Seite zu präsentieren, here we are:

Der im Video am Ende erwähnte Riesling Bag In Box:

Erzeuger: Dirk Würtz Rebe/Cuvée: Riesling
Wein: Riesling Bag-in-Box öko Jahrgang: 2009
Region: Gau-Odernheim (Nierstein), Rheinhessen, Deutschland Alkohol: 12 % vol.

Gekauft: Beim Weingut Preis: 18,50 € / 3l
Verkostet: August 2010 in Illerberg Wertung:

Der ideale Sommerwein. Super praktische Verpackung, lecker Riesling. Ehrliche Haut. Freunde einladen, Grill anschmeißen, Packung aufreißen, einschenken.

Wenn denn mal wieder Sommer is …

 

2. Video: Basis-Riesling “Potate” und Weinmann+Würtz 2 Riesling:

 

Erzeuger: Dirk Würtz Rebe/Cuvée: Riesling
Wein: Basis-Riesling “Potate” Jahrgang: 2009
Region: Gau-Odernheim (Nierstein), Rheinhessen, Deutschland Alkohol: 12 % vol.

Gekauft: Beim Weingut Preis: 5,00 € / 0,75l
Verkostet: 24.09.2010 in Illerberg Wertung:

Der Riesling für jeden Tag, ein Volksriesling. Geradlinig, frisch-knackig, trinkig. Für kaum ein Geld.

 

Erzeuger: Dirk Würtz Rebe/Cuvée: Riesling
Wein: Weinmann+Würtz 2 Riesling trocken Jahrgang: 2008
Region: Gau-Odernheim (Nierstein), Rheinhessen, Deutschland Alkohol: 12,5 % vol.

Gekauft: Beim Weingut Preis: 9,50 € / 0,75l
Verkostet: 24.09.2010 in Illerberg Wertung: 3 Freak-Punkte

Riesling pur, kein Schikimiki-Fruchtbombe-Tropen-Halali. Stein, Kräuter und viel Terroir.

Am Gaumen ganz weich, geradlinig und geschliffen.

Macht Spaß und animiert zu mehr.

 

3. Video: Dirks “Grand Cru” Weinmann+Würtz Riesling “Geyerscheiss”:

 

Erzeuger: Dirk Würtz Rebe/Cuvée: Riesling
Wein: Weinmann+Würtz 1 Riesling “Geyerscheiss” Jahrgang: 2008
Region: Gau-Odernheim (Nierstein), Rheinhessen, Deutschland Alkohol: 13,0 % vol.

Gekauft: Beim Weingut Preis: 19,50 € / 0,75l
Verkostet: 24.09.2010 in Illerberg Wertung: 4 Freak-Punkte

Ganz großer Riesling Spaß. Komplexe Nase nach Sträuchern, rauchige Noten, Minze und viel Mineralität.

Und gegenüber anderen “Großen Gewächsen” nichts Überforderndes, von allem genau richtig, nie zu viel.

Extrem schmackhaft am Gaumen, aber auch hier überfordert nichts. Geniale Balance und ein irre langer Nachhall.

Groß!

 

4. Video: “Potate” rot und Weinmann+Würtz 1 Spätburgunder:

 

Erzeuger: Dirk Würtz Rebe/Cuvée: Spätburgunder 80% + diverse 20%
Wein: “Potate” rot Jahrgang: 2007
Region: Gau-Odernheim (Nierstein), Rheinhessen, Deutschland Alkohol: 13,0 % vol.

Gekauft: Beim Weingut Preis: 6,50 € / 0,75l
Verkostet: 24.09.2010 in Illerberg Wertung: 3 Freak-Punkte und Schnäppchen

Der Name ist Programm, denn “potate” ist Latein und bedeutet “sauft”!

Ein waschechter Zechwein, animierend, unangestrengt und lecker. Günstig dazu!

 

Erzeuger: Dirk Würtz Rebe/Cuvée: Spätburgunder
Wein: Weinmann+Würtz 1 Spätburgunder Jahrgang: 2007
Region: Gau-Odernheim (Nierstein), Rheinhessen, Deutschland Alkohol: 13,5 % vol.

Gekauft: Beim Weingut Preis: 17,00 € / 0,75l
Verkostet: 24.09.2010 in Illerberg Wertung: 4 Freak-Punkte

Ein wunderbarer Pinot Noir mit einer gesprächigen “stinky nose” – so, wie es sein soll.

Am Gaumen ganz harmonisch und samtig weich.

 

Das war – wie eigentlich nicht anders zu erwarten – eine herrliche Verkostung. Lieber Dirk, unseren Glückwunsch zu diesen Weinen!

Da wird natürlich auch einiges bestellt werden, im Keller des Weinfreak ist noch etwas Platz …

Der Weinfreak besucht Weingut Karl H. Johner

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Kategorie: Freakwein, Rosé, Rotwein, Süßwein, Verkostungen, Weinbau, Weine Deutschland, Weine Neuseeland, Weinvideos, Weißwein

Auf einem Kurztrip ins “bezaubernde” (das Adjektiv brachte dem Weinfreak ein Wochenende lang Verunglimpfungen durch Weinschwester und Kamerafrau ein) Elsass am vergangenen Wochenende besuchten die vier Weinrecken auch den Kaiserstuhl auf deutscher Seite, um endlich einmal die Weine vom Weingut Karl H. Johner aus Bischoffingen zu verkosten.

Die Weine kannte der Weinfreak bisher gar nicht, sondern nur den Junior-Chef des Weinguts, Patrick Johner, der vielen Leuten im Internet durch sein Engagement auf Facebook, bei Twitter und auf YouTube bekannt ist.
Ohne die Weine wie erwähnt zu kennen, war dem Weinfreak schnell klar, dass es sich bei Patrick um einen Menschen handelt, der mit absoluter Liebe und Hingabe zum Kulturgut Wein sein Metier betreibt.
Also war es nur konsequent, einmal zu prüfen, inwieweit sich die auf Internet-Kanälen gezeigte Hingabe in den Weinen seiner Familie wiederspiegelt.

Zwar befand sich Patrick Johner noch im wohlverdienten Italien-Urlaub, aber seine Frau Mama Irene nahm sich für die vier Weinamateure einen ganzen Nachmittag Zeit und präsentierte – geschätzte – 20 Weine des Weinguts in Baden und Weine aus dem Gut in Neuseeland mit eben diesem Engagement und diesem Einsatz, die wohl allen Johners zu eigen sind.

Und, was soll man sagen? Alle Weine, vom “einfachen” Rivaner über den fruchtigen Rosé “Luise” aus Spätburgunder und Merlot bis zum prämierten Blauen Spätburgunder “SJ”, spiegelten eben diese Hingabe und vor allem das hohe Qualitätsbewusstsein der Familie wieder, in ganz deutlicher Form. Ein jeder Wein trat geschliffen auf, sauber, feingliedrig, interessant, schmackhaft, Spaß bringend, überzeugend … und was man noch an Adjektiven finden könnte. Das ist alles gelobhudelt, aber, ohne von der Familie für Marketing bezahlt zu werden, muss das einfach so kriecherisch gesagt werden. Es entspricht schlicht der Wahrheit.

Noch am darauf folgenden Tag erinnerte sich der Weinfreak fast liebevoll an die außergewöhnliche Cremigkeit des Chardonnay “SJ”, die “bezaubernde” (schon wieder dieses Wort!) Nase des Sauvignon Blanc “Ouvertuere” aus Neuseeland oder die schlichte Perfektion des Spätburgunders “SJ”, der überhaupt der Star des Tages für den Weinfreak war. Ein Rotwein, der gar nicht anders sein dürfte. Der genau so, wie er von der Flasche ins Glas kommt, ein Ideal darstellt. Und das zu einem Preis, der mindestens um die Hälfte unter dem berühmter Top-Roter aus Italien und erst recht Frankreich liegt. Ein Statement, ein Monument!

Ein jeder Wein des Weingutes Johner verdeutlicht die Sorgfalt und den akribischen Kampf um Perfektion, der bei der Weinbergpflege beginnt, über die Geduld, die perfekte physikalische Reife des Leseguts abzuwarten, bis hin zur konzentrierten Arbeit im Keller reicht.

Eine Empfehlung auszusprechen, ist nicht möglich. Ein jeder Wein, den die Vier verkosten durften (außer natürlich die Cuvée aus Cabernet und Merlot, der Weinfreak ist schlicht inkompatibel zu diesen beiden Rebsorten), kann mit heftigem Kopfnicken empfohlen werden. Im Angebot der Johners findet sich für jeden Geschmack und für jeden Geldbeutel genau der passende Wein. Was der Weinfreak auch lernen durfte ist, dass man aus Chardonnay doch noch sensationelle Weine machen kann und dass ein Wein durch Ausbau im Barrique bei richtiger, wohl durchdachter Anwendung gewinnen kann.

Fasziniert hat den Amateur auch, dass man durch Konzentration, Experimentierfreude und absolute Hingabe Großes erreichen kann. Denn das Weingut blickt auf gerade einmal 25 Jahre Weinbau zurück – in der Weinwelt ein sehr kurzer Zeitraum. In 25 Jahren ein so herausragendes Weingut mit solch vortrefflichen Weinen zu erschaffen – aus dem Nichts – verlangt großen Respekt ab.

Der Weinfreak zieht seinen Hut vor der Familie Johner!

Doch lassen wir jetzt endlich Frau Johner ein wenig zu Wort (im Bild) kommen:

Ohne sich sicher zu sein, ob er noch alles zusammen bekommt, hier nun der Versuch aufzuzählen, welche Weine der Weinfreak in weinseliger Stimmung und zutiefst überzeugt bei Frau Johner zur Anlieferung bestellt hat:

  • Chardonnay “SJ”: geschliffene Nase, wunderbar cremig am Gaumen mit langem Nachhall
  • Blauer Spätburgunder “SJ”: ein Rotwein in Perfektion, eine “plaudernde” Nase, Balance und Ausgewogenheit am Gaumen
  • Rosé “Luise”: ein Wein für jeden Tag, wenn es denn mal heiß ist, was es sicherlich irgendwann wieder sein wird
  • Gewürztraminer Spätlese: ganz feiner Stoff als idealer Aperetif, Essen fassen!
  • Riesling Wairarapa: Riesling aus Neuseeland eher ungewöhnlich, noch ungewöhnlicher dann aber, wie europäisch dieser Vertreter schmeckte
  • Sauvignon Blanc “Ouvertuere”: bereits der 2010er, fulminant betörende Nase, geradlinig am Gaumen, der Favorit der Weinschwester
  • Spätburgunder “Steinbuck”: für den Pinot-Noir-Freak ein Muss, ein gelungener Vertreter mit allem, was einen Spätburgunder an Spannung von anderen Rotweinsorten abhebt
  • Sauvignon Blanc “Gladstone”: noch ein Neuseeländer Sauvignon, dabei aber erneut sehr europäisch und klassisch

Es waren noch zwei Weine mehr, von denen der Weinfreak jeweils eine Kiste geordert hat (der Weinschwager gar noch mehr!), aber aufgrund der Fülle an Informationen und Eindrücken, will ihm partout nicht einfallen, welche das waren. Wird also spannend und vielleicht eine Überraschung, wenn die Lieferung beim Weinfreak eintrifft.

Worauf sich dieser schon unbändig freut, die Weingläser stehen bereits parat! Wohlsein!

Weinrallye #35 – Mein 1. Stein im Wein

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Kategorie: Blog, Weine Südtirol, Weinrallye, Weißwein

Da haut der Weinfreak auf den Putz und lehnt sich mit der Ausrichtung der Weinrallye weit aus dem Fenster, nur um dann am Stichtag festzustellen, dass er weder Zeit findet noch einen tollen Artikel aus dem Ärmel wird zaubern können.

Natürlich könnte er jetzt über das Thema Riesling schwadronieren, ein jeder würde das erwarten. Zumal der Weinfreak in den letzten Monaten fast ausschließlich Riesling getrunken hat, und noch einmal Riesling, dann dazwischen Spätburgunder, und wieder Riesling.

So könnte der Weinfreak etwas zum Gutsriesling von Weingut Wittmann sagen, eine Art Initialzündung in Sachen Riesling für den bisher ignoranten Weinfreak. Salz pur in der Frucht des Weins, wohl vom Schiefer herrührend, was zu einer “Trinkigkeit” führt, die seinesgleichen sucht. Man will immer mehr davon, jeder Schluck erzeugt noch mehr Durst! (Gestern Abend beim Geburtstagsessen der Weinschwester in der Burgthalschenke wurden wieder zwei Flaschen davon vernichtet.)

Aber das führte zu nichts und wäre irgendwie zu einfach. Außerdem ist der Weinfreak noch immer blanker Amateur in Sachen deutsche Weine und er rennt Tag ein, Tag aus mit Asche auf dem Haupt durch die Gegend.

Deshalb wird das Thema sein: Mein erster Stein im Wein.

Es war nämlich ein Südtiroler Wein, ein Sauvignon blanc gar, bei dem der Weinfreak vor locker 10 Jahren das erste Mal die Assoziation Stein in Nase wie Mund hatte.

Es war der noch immer beim Weinfreak extrem beliebte Sauvignon St. Valentin der Eppaner Kellerei St. Michael.

Das Südtiroler Unterland ist der Abschnitt des Etschtals zwischen Bozen im Norden und Salurn im Süden, Hauptregion des Weinbaus in Südtirol. Wenn man sich dort befindet und im Westen und Osten die schroff aufsteigenden Berge betrachtet, dazwischen sanfte Hügel der so genannten Überetsch, kann man sich auch als Nicht-Geologe vorstellen, durch welch ursprünglich-brutalen Kräfte diese zauberhafte Landschaft einst erschaffen wurde. Der letzten Eiszeit ist geschuldet, was man staunend betrachtet.

Und was da mit vorzeitlicher Kraft vor sich her geschoben wurde, ist nun Grundlage für die darauf wurzelnden Weinstöcke. Porphyr, Glimmerschiefer, Tonalit und immer wieder Schotter.

Und in einem Wein, der dem Weinfreak am Herzen liegt, spiegelt sich als das wieder, im besagten St. Valentin. Die Reben gedeihen auf 470-500 Meter über dem Meeresspiegel und stehen meist auf kalkhaltigen Schotterböden. Und vom Kalk kommt wohl der “Stein im Wein”. Denn in der Nase zeigt sich neben feinen Aromen von Holunder und anderen blühenden Sträuchern deutlich die Assoziation nasser Stein. Im Mund dann das, was man landläufig Mineralität nennt – stets abgestritten von den Chemikern – neben all der Frucht. Damit ein Sauvignon, der alles andere als (sorten-)typisch ist, aber eben doch typisch für diese durch “Steinbewegungen” erschaffene Region.

Und das war sie dann, die erste Begegnung des Weinfreak mit Stein im Wein, lange bevor er den deutschen Riesling für sich entdeckt hat und seitdem nur noch von Terroir, Mineralität und Schiefer faselt.

Der Weinfreak bei der Nacht der Keller

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Kategorie: Rotwein, Süßwein, Weine Deutschland, Weine Südtirol, Weißwein

Ebenfalls in all dem Arbeitstrudel rund um die Albtraum verursachende iPhone App setzte sich der Weinfreak am vergangenen Wochenende auch noch ins geliebte Südtiroler Unterland ab. Rund um die Südtiroler Weinstraße veranstaltete nämlich die Region am 12. Juni die Nacht der Keller. Das klang im vorab so spannend, dass der Weinfreak einfach hin musste. Und Kamerafrau, Weinschwester und Weinschwager waren wie immer mit an Bord!

Videos dazu gibt es keine. Der Weinfreak hatte zwar sämtliches Equipment mit dabei, aber die anderen drei weigerten sich rigoros, auch nur auf 5 Sekunden Film gebannt zu werden.

Also bleibt nur die Nacherzählung.

Am Schönsten war eigentlich der Freitag Abend, einen Tag vor der eigentlichen Kellernacht. Da waren wir wieder einmal zu Gast im Schwarzadler Keller in Kurtatsch. Was es da alles Leckeres zu Essen und zu Trinken gab, hat der Weinfreak im rauschigen Zustand an die Facebook-Pinwand mit zitternden Fingern via iPhone gepostet. An all den Fehlern in den Posts erkennt man deutlich den Grad der Alkoholisierung … Neben all den wunderbaren Weinen – Terlaner Sauvignon von Ignatz Niedrist/Girlan, Blauburgunder “St. Valentin” von der Kellerei St. Michael/Eppan und der unbeschreiblich guten Gewüztraminer Spätlese “Terminum” der Kellerei Tramin – bestellte der Weinfreak aus purer Neugierde und keck inmitten des Südtiroler Unterlandes einen Riesling aus Rheinhessen, nämlich den Rotschiefer von St. Antony.

Die Kellnerin, die den ganzen Abend über einen super Job leistete, erzählte uns dazu die wilde Story, dass St. Antony deshalb auf der Karte stünde, weil St. Antony im Besitz des Herren sei, der einstens das Modelabel Street One groß gemacht, dieses dann verkauft und sich in Kurtatsch einen riesigen Hof nebst zahlreicher Weinlagen zugelegt hat. Hmmm, laut Internet ist das Weingut St. Antony im Besitz der Familie Meyer. Ob die Story unserer gewieften Kellnerin stimmt oder ob es sich dabei um eine Urban Unterland-Legend handelt, weil man den stinkreichen Piefke kritisch beäugt, lässt sich nicht sagen. Wer weiß mehr?

Doch zurück zum Thema: Den Rotschiefer kannte der Weinfreak dem Hören-Sagen nach, weil der Riesling bei den im April durchgeführten Twitter Wine Awards einer der Sieger war. Auch den Weinfreak nebst Familienanhang konnte dieser mineralische und extrem “trinkige” Riesling auf Anhieb überzeugen. Bei einem Preis unter 10 € wurde auch sofort nach Rückkehr eine Kiste für den eigenen Keller geordert nebst einigen anderen Weinen des Weinguts, die irgendwann demnächst in einer Weinfreak-Verkostung landen werden.

Am nächsten Tag, weit vor Beginn der eigentlichen Kellernacht, fuhren die vier Freaks von der Unterkunft in Kurtinig – wie ungewöhnlich, gar selten, aber in Kurtatsch war aufgrund Horden durstiger Senioren aus dem Norden alles belegt! – nach Eppan und später in die Eppaner Fraktion Girlan, Weine kaufen. Wenn es schon eine Nacht der Keller gab, weshalb nicht bereits die Nacht zum Tage machen?
Wenn Eppan, dann natürlich in die Kellerei St. Michael, die erklärte Lieblingskellerei des Weinfreak im Unterland. Und das fast ausnahmslos aufgrund deren wundervoller Premium-Linie “St. Valentin”. Von eben jener Linie musste der Weinfreak unbedingt den am Vorabend getrunkenen, samtig-weichen und nach feuchtem Waldboden riechenden Blauburgunder, der bei uns ein Später ist, kaufen. Und was entdeckten die geschwollenen Augen des Weinfreak dort im Verkaufsraum?

Hatten doch tatsächlich die Eppaner Kellereien Sondereditionen einiger ihrer Weine herausgebracht mit einem von einem Eppaner Künstler gestalteten Etikett zur Erinnerung an das Trainingslager der Deutschen Nationalmannschaft 2010! Als Fußball-Fans durften wir uns das nicht entgehen lassen und haben eine Kiste Weißburgunder bei St. Michael/Eppan und zwei Flaschen Blauburgunder bei Kellerei Schreckbichl/Girlan gekauft. Was ein Andenken!

Zur letzt genannten Kellerei ging es nach einem Essen im Marklhof in Girlan. Das Ambiente auf der Terrasse war den Vieren ein wenig zu sehr etepetete am helllichten Tage, aber die Ober waren allesamt freundlich und das Essen – der Weinfreak hatte Jakobsmuscheln mit Rieslingschaum, Parpardelle mit Wildschweinragout und eine Crème brûlée mit Waldfruchteis – sehr schmackhaft. Dazu gab es den nach des Weinfreaks und der Weinschwester Geschmack besten Gewürztraminer Südtirols, nämlich den Kolbenhof vom Hofstätter aus Tramin.

Bei der Kellerei Schreckbichl, sicherlich eine der renommiertesten Kellereien Südtirols, wurde blind deren Goldmuskateller Pfefferer gekauft. Der war nämlich schon bekannt und für lecker befunden. Zudem musste zwingend eine Kiste Sauvignon Lafòa her, der nach Erinnerung des Weinfreaks zum Besten zählt, was er je in Sachen Sauvignon Blanc getrunken hat. Und zwar gerade deshalb, weil er nicht das oft so typische Tropen-Bouquet, die Stachelbeeren und das Grasige offeriert, sondern wie der Kollege “St. Valentin” aus Eppan ein deutlich mineralischer-kräutriger Wein ist mit vielen Düften von blühenden Sträuchern. Herrlich!

Während der Einkauf bei Schreckbichl schnell erledigt war, gestaltete sich die Suche nach der Privatkellerei Ignatz Niedrist eher schwierig. Denn Niedrist ist entgegen der anderen Kellereien in Girlan nirgends angeschrieben, es gibt keine Internetseite und auch sonst scheint die Kellerei vor allem an die Gastronomie zu verkaufen und verzichtet auf sämtliches Marketing. Aber Weinfreak nebst Familie mussten die Kellerei zwingend finden, weil die Weinschwester geradezu fanatisch dessen Terlaner Sauvignon liebt, der deshalb auch am Vorabend im Schwarzadler Keller getrunken wurde. Mit jedem falschen Weg, in dem sich die Kellerei wiederum nicht befand, wurde die Schwester nervöser und ungeduldiger.
Irgendwann war der kleine Hof dann doch gefunden und die liebenswürdige Frau Niedrist (?) öffnete für uns den provisorischen Verkaufsraum und ließ uns einige Weine verkosten. Der Riesling war gut, musste aber beim Weinfreak durchfallen, weil er doch seit Neuestem den deutschen (Einstiegs-)Riesling für sich entdeckt hat und diesen bereits jetzt abgöttisch liebt. Und obwohl er zudem auch in jüngster Zeit den deutschen Spätburgunder für sich entdeckt hat und diesen nicht minder verehrt, konnte der Kollege Blauburgunder aus Girlan vollkommen überzeugen. Sauvignon und Blauburgunder eingepackt. Der Weinschwager, aktuell auf der Suche nach einfachen Roten, packte sich noch eine Kiste Vernatsch dazu.

Und weiter ging die muntere Fahrt in die Kellerei Tramin. Der Weinfreak war von Stefan Unterkircher, ambitionierter und talentierter Koch des in Elena Walchs Besitz befindlichem Castel Ringberg, in dem Weinfreak und Kamerafrau vor 5 Jahren Hochzeit gefeiert und nebst Gästen von Stefan nebst Team furios bekocht worden waren, eingeladen, ihn in der Kellerei beim “Tag der Offenen Tür” zu besuchen. (Ein Satz wie bei Thomas Mann, Mensch!)
Gefunden hat der Weinfreak den Stefan aber nicht, der war wohl in der Küche der neu umgebauten Kellerei unter Bergen von Töpfen und Pfannen eingekeilt. Gefunden wurde dafür eine ausgesprochen unfreundliche Mitarbeiter der Kellerei am Getränkeausschank.
Der Weinfreak, wie immer freundlich-höflich: “Grüß Gott”.
Die Mitarbeiterin daraufhin nur ein grantiges Glotzen, sonst keine Reaktion.
Am liebsten hätte der Weinfreak “Oschdie, i hon do schoun Dausende vu Eirou liegn lossn in da Kellerei, megsch amol vielleicht Grieß Gott sogn!” der Person in feuchtester Aussprache entgegen geschleudert, riss sich aber am Riemen, trottete freundlich-höflich davon und ließ es den Weinschwager an anderer Stelle versuchen.

Die probierten Weine – allesamt nicht bei den beiden großen Tramin-Video-Verkostungen dabei – schmeckten sämtlich nicht, was vielleicht gar nicht an den Weinen selbst lag, sondern an des Weinquartetts Ärger über die überforderten und wenig freundlichen Mitarbeiter, das puffige Rot der Deckenleuchten oder der Tatsache, dass die Vier schon lange bei 32-34 ° C Außentemperatur im Schatten unterwegs waren.

Die kühle Kellerei war deshalb schnell wieder verlassen, die in den Augen schmerzende Sonne hatte uns wieder.

Später dann, gegen 17 Uhr, begann dann der eigentliche Grund des Ausflugs, besagte Nacht der Keller. Aber alle vier Freaks waren bereits jetzt kaputt, erschöpft und hatten in weniger als 24 Stunden mehr Wein gesehen (nicht zwingend getrunken), als normale Trinker in 4 Wochen. Und so wollte keine rechte Reislust aufkommen. Denn bei der Nacht sollte es so von Statten gehen, dass sich der Vinophile per Shuttle-Bus bequem von Kellerei zu Kellerei schippern lässt, dort Weine verkostet, Keller besichtig, bis er sich irgendwann auf den Brustwarzen einher rutschend in den letzten Shuttle schleppt, der ihn dann zurück zum Ausgangspunkt fährt.

Dazu fehlten Weinfreak und Anhang schlicht die Lust. An den Busstationen trümten sich Törggelen erprobten Senioren aus Ländern nördlich der Alpen und hatten bereits weinseligen Glanz in ihren Augen. Das nennt man “Abschreckung”. Also verhockte das Quartett erst einmal in der Kellerei Kurtatsch, ihrem “Ort des Herzens”. Da ging es zünftig zu Dank lustigem Volksmusik-Duo, zu dessen Klängen nur die vier Verrückten laut mit sangen und rhythmisch in die in die Hände klatschten. Der Wein – vor allem der Müller-Thurgau Graun – war gut. Und der Weinfreak lernte den Facebook-Kollegen Arnold Kemenater kennen, der als Mitarbeiter der Kellerei zum Weinausschank verdonnert worden war.

Nach einer Essenspause in einer Jausen-Station hoch oben am Berg, die erwartungsgemäß frei von schwadronierenden Kellernacht-Besuchern war, ging es dann zurück nach Kurtinig. Den Winzer Martin Teutsch, dessen Webauftritt der Weinfreak gebastelt hat, wollten die Vier eigentlich besuchen, zumal dort eine ohrenbetäubende bayerische Blasmusi spielte, jedoch war kein Platz mehr frei im kleinen Hof. Also zogen die inzwischen arg müden Vier weiter zu Peter Zemmer. Dort gab es ein lauschiges Plätzchen, eine tolle Jazz-Band mit stimmgewaltiger Sängerin und unter anderem einen Grauburgunder – in Italien Pinot Grigio, der in Nase und Mund ganz fette Banane zu bieten hatte.

Dann war es aber auch gut und es ging zu Bett. Am nächsten Tag dann mit 8 Kisten Wein zurück Richtung Heimat.

Ein zwar schönes aber auch anstrengendes Wochenende!