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Der Weinfreak besucht Weingut Karl H. Johner

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Kategorie: Freakwein, Rosé, Rotwein, Süßwein, Verkostungen, Weinbau, Weine Deutschland, Weine Neuseeland, Weinvideos, Weißwein

Auf einem Kurztrip ins “bezaubernde” (das Adjektiv brachte dem Weinfreak ein Wochenende lang Verunglimpfungen durch Weinschwester und Kamerafrau ein) Elsass am vergangenen Wochenende besuchten die vier Weinrecken auch den Kaiserstuhl auf deutscher Seite, um endlich einmal die Weine vom Weingut Karl H. Johner aus Bischoffingen zu verkosten.

Die Weine kannte der Weinfreak bisher gar nicht, sondern nur den Junior-Chef des Weinguts, Patrick Johner, der vielen Leuten im Internet durch sein Engagement auf Facebook, bei Twitter und auf YouTube bekannt ist.
Ohne die Weine wie erwähnt zu kennen, war dem Weinfreak schnell klar, dass es sich bei Patrick um einen Menschen handelt, der mit absoluter Liebe und Hingabe zum Kulturgut Wein sein Metier betreibt.
Also war es nur konsequent, einmal zu prüfen, inwieweit sich die auf Internet-Kanälen gezeigte Hingabe in den Weinen seiner Familie wiederspiegelt.

Zwar befand sich Patrick Johner noch im wohlverdienten Italien-Urlaub, aber seine Frau Mama Irene nahm sich für die vier Weinamateure einen ganzen Nachmittag Zeit und präsentierte – geschätzte – 20 Weine des Weinguts in Baden und Weine aus dem Gut in Neuseeland mit eben diesem Engagement und diesem Einsatz, die wohl allen Johners zu eigen sind.

Und, was soll man sagen? Alle Weine, vom “einfachen” Rivaner über den fruchtigen Rosé “Luise” aus Spätburgunder und Merlot bis zum prämierten Blauen Spätburgunder “SJ”, spiegelten eben diese Hingabe und vor allem das hohe Qualitätsbewusstsein der Familie wieder, in ganz deutlicher Form. Ein jeder Wein trat geschliffen auf, sauber, feingliedrig, interessant, schmackhaft, Spaß bringend, überzeugend … und was man noch an Adjektiven finden könnte. Das ist alles gelobhudelt, aber, ohne von der Familie für Marketing bezahlt zu werden, muss das einfach so kriecherisch gesagt werden. Es entspricht schlicht der Wahrheit.

Noch am darauf folgenden Tag erinnerte sich der Weinfreak fast liebevoll an die außergewöhnliche Cremigkeit des Chardonnay “SJ”, die “bezaubernde” (schon wieder dieses Wort!) Nase des Sauvignon Blanc “Ouvertuere” aus Neuseeland oder die schlichte Perfektion des Spätburgunders “SJ”, der überhaupt der Star des Tages für den Weinfreak war. Ein Rotwein, der gar nicht anders sein dürfte. Der genau so, wie er von der Flasche ins Glas kommt, ein Ideal darstellt. Und das zu einem Preis, der mindestens um die Hälfte unter dem berühmter Top-Roter aus Italien und erst recht Frankreich liegt. Ein Statement, ein Monument!

Ein jeder Wein des Weingutes Johner verdeutlicht die Sorgfalt und den akribischen Kampf um Perfektion, der bei der Weinbergpflege beginnt, über die Geduld, die perfekte physikalische Reife des Leseguts abzuwarten, bis hin zur konzentrierten Arbeit im Keller reicht.

Eine Empfehlung auszusprechen, ist nicht möglich. Ein jeder Wein, den die Vier verkosten durften (außer natürlich die Cuvée aus Cabernet und Merlot, der Weinfreak ist schlicht inkompatibel zu diesen beiden Rebsorten), kann mit heftigem Kopfnicken empfohlen werden. Im Angebot der Johners findet sich für jeden Geschmack und für jeden Geldbeutel genau der passende Wein. Was der Weinfreak auch lernen durfte ist, dass man aus Chardonnay doch noch sensationelle Weine machen kann und dass ein Wein durch Ausbau im Barrique bei richtiger, wohl durchdachter Anwendung gewinnen kann.

Fasziniert hat den Amateur auch, dass man durch Konzentration, Experimentierfreude und absolute Hingabe Großes erreichen kann. Denn das Weingut blickt auf gerade einmal 25 Jahre Weinbau zurück – in der Weinwelt ein sehr kurzer Zeitraum. In 25 Jahren ein so herausragendes Weingut mit solch vortrefflichen Weinen zu erschaffen – aus dem Nichts – verlangt großen Respekt ab.

Der Weinfreak zieht seinen Hut vor der Familie Johner!

Doch lassen wir jetzt endlich Frau Johner ein wenig zu Wort (im Bild) kommen:

Ohne sich sicher zu sein, ob er noch alles zusammen bekommt, hier nun der Versuch aufzuzählen, welche Weine der Weinfreak in weinseliger Stimmung und zutiefst überzeugt bei Frau Johner zur Anlieferung bestellt hat:

  • Chardonnay “SJ”: geschliffene Nase, wunderbar cremig am Gaumen mit langem Nachhall
  • Blauer Spätburgunder “SJ”: ein Rotwein in Perfektion, eine “plaudernde” Nase, Balance und Ausgewogenheit am Gaumen
  • Rosé “Luise”: ein Wein für jeden Tag, wenn es denn mal heiß ist, was es sicherlich irgendwann wieder sein wird
  • Gewürztraminer Spätlese: ganz feiner Stoff als idealer Aperetif, Essen fassen!
  • Riesling Wairarapa: Riesling aus Neuseeland eher ungewöhnlich, noch ungewöhnlicher dann aber, wie europäisch dieser Vertreter schmeckte
  • Sauvignon Blanc “Ouvertuere”: bereits der 2010er, fulminant betörende Nase, geradlinig am Gaumen, der Favorit der Weinschwester
  • Spätburgunder “Steinbuck”: für den Pinot-Noir-Freak ein Muss, ein gelungener Vertreter mit allem, was einen Spätburgunder an Spannung von anderen Rotweinsorten abhebt
  • Sauvignon Blanc “Gladstone”: noch ein Neuseeländer Sauvignon, dabei aber erneut sehr europäisch und klassisch

Es waren noch zwei Weine mehr, von denen der Weinfreak jeweils eine Kiste geordert hat (der Weinschwager gar noch mehr!), aber aufgrund der Fülle an Informationen und Eindrücken, will ihm partout nicht einfallen, welche das waren. Wird also spannend und vielleicht eine Überraschung, wenn die Lieferung beim Weinfreak eintrifft.

Worauf sich dieser schon unbändig freut, die Weingläser stehen bereits parat! Wohlsein!

Der Weinfreak bei der Nacht der Keller

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Kategorie: Rotwein, Süßwein, Weine Deutschland, Weine Südtirol, Weißwein

Ebenfalls in all dem Arbeitstrudel rund um die Albtraum verursachende iPhone App setzte sich der Weinfreak am vergangenen Wochenende auch noch ins geliebte Südtiroler Unterland ab. Rund um die Südtiroler Weinstraße veranstaltete nämlich die Region am 12. Juni die Nacht der Keller. Das klang im vorab so spannend, dass der Weinfreak einfach hin musste. Und Kamerafrau, Weinschwester und Weinschwager waren wie immer mit an Bord!

Videos dazu gibt es keine. Der Weinfreak hatte zwar sämtliches Equipment mit dabei, aber die anderen drei weigerten sich rigoros, auch nur auf 5 Sekunden Film gebannt zu werden.

Also bleibt nur die Nacherzählung.

Am Schönsten war eigentlich der Freitag Abend, einen Tag vor der eigentlichen Kellernacht. Da waren wir wieder einmal zu Gast im Schwarzadler Keller in Kurtatsch. Was es da alles Leckeres zu Essen und zu Trinken gab, hat der Weinfreak im rauschigen Zustand an die Facebook-Pinwand mit zitternden Fingern via iPhone gepostet. An all den Fehlern in den Posts erkennt man deutlich den Grad der Alkoholisierung … Neben all den wunderbaren Weinen – Terlaner Sauvignon von Ignatz Niedrist/Girlan, Blauburgunder “St. Valentin” von der Kellerei St. Michael/Eppan und der unbeschreiblich guten Gewüztraminer Spätlese “Terminum” der Kellerei Tramin – bestellte der Weinfreak aus purer Neugierde und keck inmitten des Südtiroler Unterlandes einen Riesling aus Rheinhessen, nämlich den Rotschiefer von St. Antony.

Die Kellnerin, die den ganzen Abend über einen super Job leistete, erzählte uns dazu die wilde Story, dass St. Antony deshalb auf der Karte stünde, weil St. Antony im Besitz des Herren sei, der einstens das Modelabel Street One groß gemacht, dieses dann verkauft und sich in Kurtatsch einen riesigen Hof nebst zahlreicher Weinlagen zugelegt hat. Hmmm, laut Internet ist das Weingut St. Antony im Besitz der Familie Meyer. Ob die Story unserer gewieften Kellnerin stimmt oder ob es sich dabei um eine Urban Unterland-Legend handelt, weil man den stinkreichen Piefke kritisch beäugt, lässt sich nicht sagen. Wer weiß mehr?

Doch zurück zum Thema: Den Rotschiefer kannte der Weinfreak dem Hören-Sagen nach, weil der Riesling bei den im April durchgeführten Twitter Wine Awards einer der Sieger war. Auch den Weinfreak nebst Familienanhang konnte dieser mineralische und extrem “trinkige” Riesling auf Anhieb überzeugen. Bei einem Preis unter 10 € wurde auch sofort nach Rückkehr eine Kiste für den eigenen Keller geordert nebst einigen anderen Weinen des Weinguts, die irgendwann demnächst in einer Weinfreak-Verkostung landen werden.

Am nächsten Tag, weit vor Beginn der eigentlichen Kellernacht, fuhren die vier Freaks von der Unterkunft in Kurtinig – wie ungewöhnlich, gar selten, aber in Kurtatsch war aufgrund Horden durstiger Senioren aus dem Norden alles belegt! – nach Eppan und später in die Eppaner Fraktion Girlan, Weine kaufen. Wenn es schon eine Nacht der Keller gab, weshalb nicht bereits die Nacht zum Tage machen?
Wenn Eppan, dann natürlich in die Kellerei St. Michael, die erklärte Lieblingskellerei des Weinfreak im Unterland. Und das fast ausnahmslos aufgrund deren wundervoller Premium-Linie “St. Valentin”. Von eben jener Linie musste der Weinfreak unbedingt den am Vorabend getrunkenen, samtig-weichen und nach feuchtem Waldboden riechenden Blauburgunder, der bei uns ein Später ist, kaufen. Und was entdeckten die geschwollenen Augen des Weinfreak dort im Verkaufsraum?

Hatten doch tatsächlich die Eppaner Kellereien Sondereditionen einiger ihrer Weine herausgebracht mit einem von einem Eppaner Künstler gestalteten Etikett zur Erinnerung an das Trainingslager der Deutschen Nationalmannschaft 2010! Als Fußball-Fans durften wir uns das nicht entgehen lassen und haben eine Kiste Weißburgunder bei St. Michael/Eppan und zwei Flaschen Blauburgunder bei Kellerei Schreckbichl/Girlan gekauft. Was ein Andenken!

Zur letzt genannten Kellerei ging es nach einem Essen im Marklhof in Girlan. Das Ambiente auf der Terrasse war den Vieren ein wenig zu sehr etepetete am helllichten Tage, aber die Ober waren allesamt freundlich und das Essen – der Weinfreak hatte Jakobsmuscheln mit Rieslingschaum, Parpardelle mit Wildschweinragout und eine Crème brûlée mit Waldfruchteis – sehr schmackhaft. Dazu gab es den nach des Weinfreaks und der Weinschwester Geschmack besten Gewürztraminer Südtirols, nämlich den Kolbenhof vom Hofstätter aus Tramin.

Bei der Kellerei Schreckbichl, sicherlich eine der renommiertesten Kellereien Südtirols, wurde blind deren Goldmuskateller Pfefferer gekauft. Der war nämlich schon bekannt und für lecker befunden. Zudem musste zwingend eine Kiste Sauvignon Lafòa her, der nach Erinnerung des Weinfreaks zum Besten zählt, was er je in Sachen Sauvignon Blanc getrunken hat. Und zwar gerade deshalb, weil er nicht das oft so typische Tropen-Bouquet, die Stachelbeeren und das Grasige offeriert, sondern wie der Kollege “St. Valentin” aus Eppan ein deutlich mineralischer-kräutriger Wein ist mit vielen Düften von blühenden Sträuchern. Herrlich!

Während der Einkauf bei Schreckbichl schnell erledigt war, gestaltete sich die Suche nach der Privatkellerei Ignatz Niedrist eher schwierig. Denn Niedrist ist entgegen der anderen Kellereien in Girlan nirgends angeschrieben, es gibt keine Internetseite und auch sonst scheint die Kellerei vor allem an die Gastronomie zu verkaufen und verzichtet auf sämtliches Marketing. Aber Weinfreak nebst Familie mussten die Kellerei zwingend finden, weil die Weinschwester geradezu fanatisch dessen Terlaner Sauvignon liebt, der deshalb auch am Vorabend im Schwarzadler Keller getrunken wurde. Mit jedem falschen Weg, in dem sich die Kellerei wiederum nicht befand, wurde die Schwester nervöser und ungeduldiger.
Irgendwann war der kleine Hof dann doch gefunden und die liebenswürdige Frau Niedrist (?) öffnete für uns den provisorischen Verkaufsraum und ließ uns einige Weine verkosten. Der Riesling war gut, musste aber beim Weinfreak durchfallen, weil er doch seit Neuestem den deutschen (Einstiegs-)Riesling für sich entdeckt hat und diesen bereits jetzt abgöttisch liebt. Und obwohl er zudem auch in jüngster Zeit den deutschen Spätburgunder für sich entdeckt hat und diesen nicht minder verehrt, konnte der Kollege Blauburgunder aus Girlan vollkommen überzeugen. Sauvignon und Blauburgunder eingepackt. Der Weinschwager, aktuell auf der Suche nach einfachen Roten, packte sich noch eine Kiste Vernatsch dazu.

Und weiter ging die muntere Fahrt in die Kellerei Tramin. Der Weinfreak war von Stefan Unterkircher, ambitionierter und talentierter Koch des in Elena Walchs Besitz befindlichem Castel Ringberg, in dem Weinfreak und Kamerafrau vor 5 Jahren Hochzeit gefeiert und nebst Gästen von Stefan nebst Team furios bekocht worden waren, eingeladen, ihn in der Kellerei beim “Tag der Offenen Tür” zu besuchen. (Ein Satz wie bei Thomas Mann, Mensch!)
Gefunden hat der Weinfreak den Stefan aber nicht, der war wohl in der Küche der neu umgebauten Kellerei unter Bergen von Töpfen und Pfannen eingekeilt. Gefunden wurde dafür eine ausgesprochen unfreundliche Mitarbeiter der Kellerei am Getränkeausschank.
Der Weinfreak, wie immer freundlich-höflich: “Grüß Gott”.
Die Mitarbeiterin daraufhin nur ein grantiges Glotzen, sonst keine Reaktion.
Am liebsten hätte der Weinfreak “Oschdie, i hon do schoun Dausende vu Eirou liegn lossn in da Kellerei, megsch amol vielleicht Grieß Gott sogn!” der Person in feuchtester Aussprache entgegen geschleudert, riss sich aber am Riemen, trottete freundlich-höflich davon und ließ es den Weinschwager an anderer Stelle versuchen.

Die probierten Weine – allesamt nicht bei den beiden großen Tramin-Video-Verkostungen dabei – schmeckten sämtlich nicht, was vielleicht gar nicht an den Weinen selbst lag, sondern an des Weinquartetts Ärger über die überforderten und wenig freundlichen Mitarbeiter, das puffige Rot der Deckenleuchten oder der Tatsache, dass die Vier schon lange bei 32-34 ° C Außentemperatur im Schatten unterwegs waren.

Die kühle Kellerei war deshalb schnell wieder verlassen, die in den Augen schmerzende Sonne hatte uns wieder.

Später dann, gegen 17 Uhr, begann dann der eigentliche Grund des Ausflugs, besagte Nacht der Keller. Aber alle vier Freaks waren bereits jetzt kaputt, erschöpft und hatten in weniger als 24 Stunden mehr Wein gesehen (nicht zwingend getrunken), als normale Trinker in 4 Wochen. Und so wollte keine rechte Reislust aufkommen. Denn bei der Nacht sollte es so von Statten gehen, dass sich der Vinophile per Shuttle-Bus bequem von Kellerei zu Kellerei schippern lässt, dort Weine verkostet, Keller besichtig, bis er sich irgendwann auf den Brustwarzen einher rutschend in den letzten Shuttle schleppt, der ihn dann zurück zum Ausgangspunkt fährt.

Dazu fehlten Weinfreak und Anhang schlicht die Lust. An den Busstationen trümten sich Törggelen erprobten Senioren aus Ländern nördlich der Alpen und hatten bereits weinseligen Glanz in ihren Augen. Das nennt man “Abschreckung”. Also verhockte das Quartett erst einmal in der Kellerei Kurtatsch, ihrem “Ort des Herzens”. Da ging es zünftig zu Dank lustigem Volksmusik-Duo, zu dessen Klängen nur die vier Verrückten laut mit sangen und rhythmisch in die in die Hände klatschten. Der Wein – vor allem der Müller-Thurgau Graun – war gut. Und der Weinfreak lernte den Facebook-Kollegen Arnold Kemenater kennen, der als Mitarbeiter der Kellerei zum Weinausschank verdonnert worden war.

Nach einer Essenspause in einer Jausen-Station hoch oben am Berg, die erwartungsgemäß frei von schwadronierenden Kellernacht-Besuchern war, ging es dann zurück nach Kurtinig. Den Winzer Martin Teutsch, dessen Webauftritt der Weinfreak gebastelt hat, wollten die Vier eigentlich besuchen, zumal dort eine ohrenbetäubende bayerische Blasmusi spielte, jedoch war kein Platz mehr frei im kleinen Hof. Also zogen die inzwischen arg müden Vier weiter zu Peter Zemmer. Dort gab es ein lauschiges Plätzchen, eine tolle Jazz-Band mit stimmgewaltiger Sängerin und unter anderem einen Grauburgunder – in Italien Pinot Grigio, der in Nase und Mund ganz fette Banane zu bieten hatte.

Dann war es aber auch gut und es ging zu Bett. Am nächsten Tag dann mit 8 Kisten Wein zurück Richtung Heimat.

Ein zwar schönes aber auch anstrengendes Wochenende!

Der Weinfreak is back – Was hat er getrieben?

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Kategorie: Rosé, Süßwein, Weine Ungarn, Weißwein

… seit dem letzten Artikel vor fast genau einem Monat dann doch mehr, als nur die iPhone App programmieren und designen.

Zwischendurch war er nämlich auch mit Kamerafrau, Weinschwester, Weinschwager und den drei Kids am Balaton aka Plattensee in Ungarn, genauer im Weinbaugebiet Badacsony am Nord-West-Ufer des ungarischen Sees. Gar nicht vorrangig zum Weintrinken, sondern für einen schon vor einem Jahr geplanten Familienurlaub.

Gut, der Balaton ist noch immer ein – wenn auch gemütlicher, unaufgeregter und ländlich anmutender – Touristenpfuhl. Dass man deshalb fast überall nur eher mäßig Trinkfreude bereitenden Wein bekommt, sollte dennoch nicht zwangsläufig sein.

Leider war es aber so. Nun weiß man zwar (oder auch nicht), dass die dort angebauten – in der großen Mehrzahl weißen – Weine aus Olaszrizling, Kéknyelü (“Blaustengler”, obwohl weiß) oder auch Szürkebarát (“Graumönch”, bei uns Grauburgunder) eher einfachen Charakters und wohl nicht zur Welt-Spitze zu zählen sind. Aber ein wenig mehr als Zitronen-Gesichter und Schütteln des ganzen Körpers sollten sie schon hervor rufen.

Selbst das vom Ungarn-Kenner Peter Klinger von BorWerk empfohlene Weingut Istvándy Pincészet hatte nichts im Angebot, was uns jubeln ließ. Zwar waren die Weine durchweg gut gemacht, aber nicht animierend genug, um sie im Keller einlagern zu wollen.

So mussten die schon völlig desillusionierten vier Wein-Tiere bis kurz vor Ende des Urlaubs warten. Eher zufällig trudelten sie samt Pferdekutsche am Geburtstag des Weinschwagers in einem kleinen schnuckeligen Weingut ein, das – was ein Zufall! – ebenfalls von Peter empfohlen worden aber von den Vieren gar nicht als Besuchsziel geplant war: die Szaszi Pince (einige Verkostungsnotizen beim Peter auf BorWerk) in Hegymagas nahe Szigliget.

Es war einfach alles perfekt: Die gemütliche Kutschfahrt zuvor – Bombenwetter – ein gemütlicher Sitzplatz unter alten, Schatten spendenden Bäumen – neugierige, zottelige Hunde, die ihre Köpfe durch Löcher im Maschendrahtzaun steckten und fröhlich mit dem Schwanz wedelten – eine freundliche Mitarbeiterin des Weinguts – unser lieber und sehr Wein-kenntnisreicher Kutschführer Peter – und durchgängig leckere Weine, die meisten davon echte Nasenweine.

Lecker waren sie im Grunde alle, außer vielleicht der Spätburgunder, der ein wenig arg herb am Gaumen war. Gekauft haben wir auch einige, und zwar am nächsten Tag mit dem eigenen Pkw. Wäre ja auch wenig komfortabel gewesen, den Wein per Kutsche ins Ferienhaus zurück zu transportieren:
Den “Kabócás” genannten Olaszrizling mit toller Frucht in der Nase und schöner, mineralischer Säure am Gaumen.
Das Cuvée aus Muskotály und Zenit, letztere Rebsorte eine ungarische Neuzüchtung. Ein totaler Nasenwein, Tropenfrüchte in der Nase, wunderbare Restsüße am Gaumen.
Ferner der Süßwein aus Olaszrizling, nichts Großes, aber dennoch oder gerade deshalb viel Trinkspaß bereitend.
Zuletzt einen für den Sommer geradezu idealen Rosé aus Merlot-Trauben.

Na also, geht doch!

Egészségedre!

Die Jungwinzer bei der Begutachtung der Laubarbeit am Badacsony

Nachtrag: Ganz vergessen zu erzählen hat der zu Kalk im Hirn neigende Weinfreak, dass am Abend nach der Kutschfahrt des Weinschwagers Geburtstag im Weinberg unserer Gastgeber Jörg und Anette gefeiert wurde. Mit Gulasch, Zigeuner-Musik und Olaszrizling.

Zuletzt, eine Idee des lieben Jörgs zum Geburtstag des Weinschwagers, pflanzte die Wein-Familie vor jeder Reihe Olasz noch einen Rosenstock und ein jeder Stock wurde mit einem selbst gestalteten Täfelchen benamst.

Der Weinfreak, ganz viraler Marketinger, nutzte diese schöne Idee für Schleichwerbung:

Der Weinfreak verkostet Kellerei Tramin – Part II

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Kategorie: Rotwein, Süßwein, Verkostungen, Weine Südtirol, Weinvideos, Weißwein

An einem Abend, an dem der Weinfreak grantig und übel gelaunt war, der Weinschwager eher mundfaul, die Weinschwester völlig überdreht, die Kamerafrau in Sorge um den humpelnden Hund und der Wein-Azubi aufgrund Dünnpfiff ausfiel, wurden die sechs noch ausstehenden Weine der Kellerei Tramin verkostet.

Nicht die besten Voraussetzungen für eine Verkostung. Aber die Weine zeigten sich durchweg gut bis hervorragend, auch wenn die Amateur-Verkoster in den Videos oft nicht den Eindruck von Begeisterung vermitteln.
Was aber zu sagen ist bezüglich der vom Weinfreak eröffneten Frage “Südtirol, quo vadis?”: Obwohl sich die Traminer Weine durch die Bank durch schlanke Eleganz und Feingliedrigkeit von anderen verkosteten Südtiroler Kellereien abheben, zeigt sich ein Problem, das der Weinfreak weiter beobachten wird:

Gewürztraminer – Quo vadis?

Bei den Premium-Gewürztraminern scheinen die Südtiroler Kellereien inzwischen ein Problem mit der – angeblichen oder tatsächlichen – Klimaerwärmung zu bekommen. Höhere Temperaturen, mehr Sonnenstunden führen zu höherem Zuckergehalt in den Beeren, dadurch steht bei der Vergärung mehr “Material” zum Umbau in Alkohol zur Verfügung. Wenn man die Weine nicht restsüß ausbauen möchte und den vorhandenen Zucker nahezu komplett vergären lässt, ergeben sich Volumenprozent Alkohol von 14 % oder mehr! Nicht nur, dass es in den amateurhaften Augen des Weinfreaks und Weißweinpräferierers nicht schön ist, Weißweine mit 14 % oder mehr zu fabrizieren, führt dieser hohe Alkohol ferner zu einer deutlichen Charakteränderung der Südtiroler Gewürztraminer.

Festgestellt hat er das bis dato bei Tiefenbrunner Gewürzer “Castel Turmhof” (14.5 %), Kellerei Kurtatsch Gewürzer “Brenntal” (14.5 %), Elena Walch Gewürzer “Kastelaz” (14.7 %), Peter Zemmer Gewürzer “Reserve” (14.0 %) und am Freitag ebenso bei Tramins Gewürzer “Nussbaumer” (14.5%).

Wein-Plus beschreibt den Gewürztraminer als mit “sortentypischen, intensiven Aromen nach Bitterorange, Lychee (Litschibaum), Marzipan und Rose. Aus diesem Grund zählt die Rebe auch zu den so genannten Bukettsorten“. Tja, das war einmal. Der immer höhere Alkoholgehalt führt dazu, dass man die sortentypischen Eigenarten bei manchen Premium-Gewürzern noch in der Nase feststellt (wie beim Traminer “Nussbaumer”), nicht mehr aber am Gaumen! Dort überwiegt der Alkohol, es brandelt, und Hefe-Töne, ingesamt vermitteln die Weine oft nervige Eindrücke, nichts ist es mit animierendem Säure-Frucht-Spiel. Ewig schad, sagt der Weinfreak

Das macht die Weine nicht weniger gut, Spaß machen sie dem Weinfreak aber längst nicht mehr. Doch jetzt zu den verkosteten Weinen:

1. Wein: Kellerei Tramin “Stoan” DOC 2008

Erzeuger: Kellerei Tramin Rebe/Cuvée: Chardonnay + Gewürztraminer + Weißburgunder + Sauvignon blanc
Wein: Weißwein-Cuvée “Stoan” DOC Jahrgang: 2008
Region: Südtiroler Weinstraße, Südtirol, Italien Alkohol: 13,5 % vol.

Gekauft: Bei der Kellerei Preis: 12,50 € / 0,75l
Verkostet: 30.04.2010 in Illerberg Wertung: ♦♦♦◊◊ (87)

Komplexe Nase aus dezenten Tropenfrüchten, mineralischen und vegetablen Noten.

Am Gaumen schöne Balance zwischen Frucht, salziger Mineralität und Säure.

Sehr weicher Gesamteindruck.

 

2. Wein: Kellerei Tramin Sauvignon “Montan” DOC 2008

Erzeuger: Kellerei Tramin Rebe/Cuvée: Sauvignon blanc
Wein: Sauvignon “Montan” DOC Jahrgang: 2008
Region: Südtiroler Weinstraße, Südtirol, Italien Alkohol: 13,0 % vol.

Gekauft: Bei der Kellerei Preis: 14,50 € / 0,75l
Verkostet: 30.04.2010 in Illerberg Wertung: ♦♦♦◊◊ (86)

Verhaltene Nase mit leichten tropischen Noten, aber einem erdigen Muffton darüber.

Am Gaumen mehr Frucht und schlanke Säure, gute Balance. Langer Nachhall.

Für einen Sauvignon jedoch insgesamt ein wenig zu verhalten.

 

3. Wein: Kellerei Tramin Gewürztraminer “Nussbaumer” DOC 2008

Erzeuger: Kellerei Tramin Rebe/Cuvée: Gewürztraminer
Wein: Gewürztraminer “Nussbaumer” DOC Jahrgang: 2008
Region: Südtiroler Weinstraße, Südtirol, Italien Alkohol: 14,5 % vol.

Gekauft: Bei der Kellerei Preis: 16,70 € / 0,75l
Verkostet: 30.04.2010 in Illerberg Wertung: ♦♦♦◊◊ (87)
3/3 Gläser Gambero Rosso

Spektakuläre Nase mit Fruchtkorb, Kräutern und Gewürzen. Sehr sauber, sehr animierend.

Am Gaumen dann ein eher flauer Eindruck. Brandige Noten von zu viel Alkohol, dazu Hefenoten.

Insgesamt wenig Spaß bereitend.

 

4. Wein: Kellerei Tramin Lagrein “Urban” DOC 2007

Erzeuger: Kellerei Tramin Rebe/Cuvée: Lagrein
Wein: Lagrein “Urban” DOC Jahrgang: 2007
Region: Südtiroler Weinstraße, Südtirol, Italien Alkohol: 13,5 % vol.

Gekauft: Bei der Kellerei Preis: 17,30 € / 0,75l
Verkostet: 30.04.2010 in Illerberg Wertung: ♦♦♦◊◊ (89)

Saubere und feine Nase von Kirschkompott mit Vanille, Zimt und Kräuternoten.

Am Gaumen wieder kirschig, aber ebenso noch grüne Tannine, der Wein benötigt noch ein paar Jahre. Dennoch hervorragende Ballance und Trinkigkeit.

Insgesamt ein Spitzen-Lagrein, der trotz hohem Anspruch viel Spaß zu Trinken bereitet.

Außerdem ist er einer der günstigsten Premium-Lagrein in Südtirol. Kaufempfehlung!

 

5. Wein: Kellerei Tramin “Loam” DOC 2007


Links zum Video:

Erzeuger: Kellerei Tramin Rebe/Cuvée: Cabernet Sauvignon + Merlot + Cabernet Franc
Wein: Rotwein-Cuvée “Loam” DOC Jahrgang: 2007
Region: Südtiroler Weinstraße, Südtirol, Italien Alkohol: 13,5 % vol.

Gekauft: Bei der Kellerei Preis: 19,90 € / 0,75l
Verkostet: 30.04.2010 in Illerberg Wertung: ♦♦♦◊◊ (88)

Saubere Brombeernase mit Rosmarin, nicht das zu erwartende Holz der üblichen Bordeaux-Cuvées.

Am Gaumen schön balanciert mit viel Frucht, nur am hinteren Gaumen die ein wenig protzigen Tannine vom Cabernet.

Ein Wein mit Potential für einige weitere Jahre.

 

6. Wein: Kellerei Tramin Rosenmuskateller “Terminum” DOC 2006

Erzeuger: Kellerei Tramin Rebe/Cuvée: Rosenmuskateller
Wein: “Terminum” DOC Jahrgang: 2006
Region: Südtiroler Weinstraße, Südtirol, Italien Alkohol: 11.5 % vol.

Gekauft: Bei der Kellerei Preis: 21,20 € / 0,75l
Verkostet: 30.04.2010 in Illerberg Wertung: ♦♦♦◊◊ (89)

Aromen von trockenen Aprikosen, Rosenblättern und hochwertiger Schweizer Zartbitterschocki.

Am Gaumen nicht zu süß, eher Eindrücke von Campino-Fruchtbonbons aus Kindertagen.