Der Weinfreak verkostete mit Weinschwester, Weinschwager, Wein-AzubiManuel und unserem lieben Freund Jussi aus Finnland den ersten Schwung von Weinen der Kellerei Tramin, gelegen an der Südtiroler Weinstraße.
Nach wenig freudvollen Verkostungen der Kellereien Tiefenbrunner, Kurtatsch und Peter Zemmer stellen wir uns die Frage: “Südtirol, quo vadis?” Würden auch die Weine von Tramin diese Modernität und die Angleichung an einen internationalen Geschmack zeigen?
Keine Sorge, die Frage kann positiv negativ (Danke Bodo, gut aufgepasst!) beantwortet werden, sämtliche Weine (vielleicht bis auf einen) zeigen die von uns so geliebte Südtiroler Authentizität. Das schmeckt alles nach Südtirol, ist schlank und geradlinig. Wunderbar! Der Weinfreak war nach dieser Verkostung sehr, sehr glücklich und zufrieden.
Teil 2 mit weiteren 6 Weinen folgt demnächst …
Doch jetzt die Weine im Einzelnen bzw. zuerst einmal Gesang, Geplänkel und Infos über die Kellerei:
Früher begründete der Vernatsch den schlechten Ruf Südtirols als Produzent von Massenkompatiblem 2-Liter-Pennerglück, heute gibt es in Südtirol nahezu nur noch Qualitätsweine.
Auch der Vernatsch hat sich gemausert. Der “Freisinger” ist eine ehrliche Haut, ein Zechwein von hoher Qualität, der einfach nur Spaß macht. Früchte in der Nase, angenehme, weiche Struktur am Gaumen, was will man mehr?
Ohne Frage eine sehr gute Cuvée, die den Anwesenden aber aufgrund dieser typischen internationalen Machart (Fruchtbombe, Holzklotz, harte Tannine) keinen Spaß bereitete.
Wir wollen einfach keinen “Scheiß-Cabernet” (Zitat: Captain Cork) und auch keinen “Scheiß-Merlot” mehr, wir wollen unaufgeregten, nicht überfordernden Trinkspaß!
Zweifellos der Star des Abends, flüssiges Gold im Glas!
Eine enorm komplexe Nase von allerlei tropischen Früchten wie Mango, Papaya und Ananas, dazu viel Honig, Mandeln und Karamell. Ein Wein zum Schnüffeln!
Am Gaumen dann wie ein Elixier, süße Weichheit, betörend, langer Nachhall, die Libido animierend.
Welch ein Erlebnis, das ist Wein zum Liebe machen!
Eine wirklich rundum herrliche Verkostung, die allen Anwesenden viel Spaß bereitet hat. Heute wurden schon die Schwiegereltern des Weinfreak, die morgen für eine Woche ins Südtiroler Unterland aufbrechen, mit einer Bestellung versehen: jeweils eine Kiste vom Goldmuskateller, Gewürztraminer, Weißburgunder “Tauris”, Vernatsch “Freisinger” und natürlich dem “Roan”! Weinschwager & Weinschwester nehmen Teil mit einer Kiste von Goldmuskateller und Roan. Liebe Kellerei Tramin, mochts enk bereit!
Weiter geht es mit Teil 2 der Verkostung spanischer Weine, die Jörg Nieß vom Münchner Weinhandel Vinos de Penedès dem Weinfreak zum Verkosten gesandt hat.
Viermal Spanien, viermal lecker. Und mindestens zweimal recht überraschend. Der Weinfreak ist zufrieden und hat jetzt auch spanische Weine im Fokus.
Es ist nicht alles Tempranillo aus dem Rioja, wo “Wein Spanien” darauf steht!
In der Nase Holz und knackige rote Beere, wenig spannend, aber sauber. Die Kamerafrau hat noch Weihrauch dabei.
Am Gaumen vor allem Holz, kaum Frucht, Säure macht den Wein aber gut trinkbar.
Insgesamt für den Weinfreak kein spannender Wein, aber sehr gut gemacht, sicher ein guter Essensbegleiter. Eine ehrliche Haut, aber kein Wein, der fasziniert.
Freaky Nase von Rosinen und Feigen, ein wenig kirschiger Likör.
Sehr angenehm am Gaumen. Trotz Süße (120 g/l) und hohem Alkoholgehalt wirkt der Wein nicht klebrig und fett, sondern animierend und fein. Er kann gar noch Säure aufweisen.
Ein lecker Tröpfchen, das man sich vor allem zur Platte mit kernigen, würzigen Käsesorten kredenzen sollte.
Der liebe Jörg Nieß vom Weingeschäft Vinos de Penedès in München hat beim Weinfreak nachgefragt, ob der nicht einmal ein paar spanische Weine verkosten und darüber in seinem Blog etwas erzählen möchte.
Macht der Weinfreak doch gerne – aber ohne Gewähr für geschönte Kritiken. Der Weinfreak kann nur ehrlich. Das war dem Jörg Nieß recht, also here we go mit dem ersten Schwung an Weinen aus Spanien. Einem Gebiet, von dem der Weinfreak also pathologisch-italophiler Kerl keine Ahnung hat und sich deshalb mit Infos eindecken musste, die er in den Videos gerne mit Euch teilt.
Nase anfangs recht verschlossen und “unsauber” mit Katzenpipi und Petrol, aber auch viel Mineralik und nassem Stein. Später dann, nachdem die Videokamera längst aus war, endlich florale Aromen und ein animierendes Bouquet.
Am Gaumen überraschend frisch und knackig, das kennt der Weinfreak nur von Gewürzern aus kühlerem Klima. Sehr belebend und Spaß bereitend, feiner Nachhall.
Wirklich eine Überraschung und allemal Wert, kennengelernt zu werden.
Sehr attraktive Nase mit dunklen, roten Beeren wie Brombeere, gegerbtes Leder, die Weinschwester und Weinschwager riechen Milchreis, verrückt!
Am Gaumen wieder rote Früchte, Holz sehr harmonisch eingebunden, ein wenig grüne Tannine. Insgesamt bringt der Wein viel Spaß im Mund, er ist süffig und unkompliziert. Vor allem die freche Säure bringt den Trinkspaß und auch die Überraschung, weil der Weinfreak bei “Spanien” automatisch an hot stuff denkt.
Der Preis ist fair, das wäre ein Kandidat, um in den Keller gelegt zu werden.