Das erste Pflanzjahr ist quasi vorbei. Zeit, um ein Resümee zu ziehen. Was war, was ist, was taugt?
Weinfreak und Weinschwager starteten in diesem Frühjahr ihr dümmliches Experiment eines eigenen Weingartens. Akribisch wurden alle Arbeiten durchgeführt, die im Lehrbuch “Hobby-Winzer” von Gerd Ulrich dem Nachwuchswinzer nahe gebracht werden.
Der eigene Weingarten ZwoNull entsteht
Das Jahr 2010, so sagen es viele echte Winzer, wird ein schwieriges. Es gab einfach zu viel Regen. Und auch Hagel. Der Weinfreak kann sich nicht entsinnen, jemals so ein verkacktes Jahr erlebt zu haben.
Langer Winter mit viel Schnee. Im April 2 Wochen schön, dann Regen und grau in grau bis Mitte Juni. Von Mitte Juni bis Mitte Juli Hitzewelle, dann wieder Regen, Regen, Regen. Im August auch kaum ein schöner Tag. Der September schickt sich erst jetzt an, noch ein wenig Sonne zu spendieren. Kann jetzt aber auch nicht mehr trösten.
Aufwachsen unter miesen Bedingungen
Von den sechs gepflanzten Phoenix-Pfropfreben im Weingarten ZwoNull des Weinfreak haben sich fünf entwickelt. Eine hat keinen Mucker gemacht, eine Todgeburt. Zwei Rebstöcke entwickelten sich “normal”, wobei normal sich hier an den Aussagen von Gerd Ulrich richtet, wonach
“bei guter Pflege und zügigem Wachstum (erkennbar an gekrümmten Triebspitzen) [...] Trieblängen von 150 cm keine Seltenheit”
[Gerd Ulrich: "Hobby-Winzer", Verlag Ulmer KG, S. 59]
seien. Die zwei hinteren Rebstöcken entwickelten sich eher zurückhaltend, vielleicht aufgrund der Nähe zum Zaun und daher weniger Platz für die Wurzeln. Die beiden vorderen Rebstöcke hingegen mutierten zu wahren Monstern, die in eine Höhe weit über 2 m schossen, wodurch sie über den Pflanzstock hinaus wucherten. Poser!
Beim glücklichen Weinschwager ist aus allen zehn (oder sind es 11?) Rebstöcken etwas geworden. Er beharrt auf die 1. Lage.
Während der Monate von April bis dato hat der Hobby-Winzer akribisch alle Tätigkeiten durchgeführt, die angeraten wurden. Bis Ende Juli wurde der Garten Unkrautfrei gehalten. Nach Starkregen wurde der Boden vorsichtig gelockert. Immer wurde brav angebunden, um einen geraden Wuchs zu erzielen. Unnötige Triebe wurden ausgebrochen. Wasser wurde den Reben werden der Hitzeperiode zwischen Juni und Juli vorenthalten, danach kam ohnehin der Dauerregen.
Aufgrund Ermangelung jeglicher Erfahrung weiß der Weinfreak aber nicht einzuschätzen, ob das alles gut ist oder schlecht, egal oder für die Katz’.
Und wie geht es nun weiter?
Sollte der Weinfreak im Oktober die Pflanzstellen bedecken, um den Reben über den Winter zu helfen? Oder geht er auf Risiko?
Laut Lehrbuch sollte jetzt im Spätherbst bis zum Austrieb des Folgejahres die endgültige Unterstützung gebaut werden. Das heißt, in Kürze mutiert der Büro-Hengst zum Handwerker und baut seinen verbleibenden fünf Reben einen Drahtrahmen zur Erziehung im 2. Jahr.
Langweilig wird es nicht!








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Kleiner Tipp: Wer sein Schnittgut vom Weinstock sinnvoll entsorgen will, der suchen sich einen Nachbar mit Kaninchen.
Hmm, solche Nachbarn gibt es hier nicht
Das wird Kompost.
Hm. Steht der Kompost in Eurem Garten? Könnte mir vorstellen, dass so etwas weinspezifische Schädlinge anzieht
Schaff Dir lieber ein Karniggel an – muss man nicht mal Gassiführen
Ach nö, Karniggel kommen mir nicht in den Karten, nur auf den Teller