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Weinrallye #35 – Mein 1. Stein im Wein

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Kategorie: Blog, Weine Südtirol, Weinrallye, Weißwein

Da haut der Weinfreak auf den Putz und lehnt sich mit der Ausrichtung der Weinrallye weit aus dem Fenster, nur um dann am Stichtag festzustellen, dass er weder Zeit findet noch einen tollen Artikel aus dem Ärmel wird zaubern können.

Natürlich könnte er jetzt über das Thema Riesling schwadronieren, ein jeder würde das erwarten. Zumal der Weinfreak in den letzten Monaten fast ausschließlich Riesling getrunken hat, und noch einmal Riesling, dann dazwischen Spätburgunder, und wieder Riesling.

So könnte der Weinfreak etwas zum Gutsriesling von Weingut Wittmann sagen, eine Art Initialzündung in Sachen Riesling für den bisher ignoranten Weinfreak. Salz pur in der Frucht des Weins, wohl vom Schiefer herrührend, was zu einer “Trinkigkeit” führt, die seinesgleichen sucht. Man will immer mehr davon, jeder Schluck erzeugt noch mehr Durst! (Gestern Abend beim Geburtstagsessen der Weinschwester in der Burgthalschenke wurden wieder zwei Flaschen davon vernichtet.)

Aber das führte zu nichts und wäre irgendwie zu einfach. Außerdem ist der Weinfreak noch immer blanker Amateur in Sachen deutsche Weine und er rennt Tag ein, Tag aus mit Asche auf dem Haupt durch die Gegend.

Deshalb wird das Thema sein: Mein erster Stein im Wein.

Es war nämlich ein Südtiroler Wein, ein Sauvignon blanc gar, bei dem der Weinfreak vor locker 10 Jahren das erste Mal die Assoziation Stein in Nase wie Mund hatte.

Es war der noch immer beim Weinfreak extrem beliebte Sauvignon St. Valentin der Eppaner Kellerei St. Michael.

Das Südtiroler Unterland ist der Abschnitt des Etschtals zwischen Bozen im Norden und Salurn im Süden, Hauptregion des Weinbaus in Südtirol. Wenn man sich dort befindet und im Westen und Osten die schroff aufsteigenden Berge betrachtet, dazwischen sanfte Hügel der so genannten Überetsch, kann man sich auch als Nicht-Geologe vorstellen, durch welch ursprünglich-brutalen Kräfte diese zauberhafte Landschaft einst erschaffen wurde. Der letzten Eiszeit ist geschuldet, was man staunend betrachtet.

Und was da mit vorzeitlicher Kraft vor sich her geschoben wurde, ist nun Grundlage für die darauf wurzelnden Weinstöcke. Porphyr, Glimmerschiefer, Tonalit und immer wieder Schotter.

Und in einem Wein, der dem Weinfreak am Herzen liegt, spiegelt sich als das wieder, im besagten St. Valentin. Die Reben gedeihen auf 470-500 Meter über dem Meeresspiegel und stehen meist auf kalkhaltigen Schotterböden. Und vom Kalk kommt wohl der “Stein im Wein”. Denn in der Nase zeigt sich neben feinen Aromen von Holunder und anderen blühenden Sträuchern deutlich die Assoziation nasser Stein. Im Mund dann das, was man landläufig Mineralität nennt – stets abgestritten von den Chemikern – neben all der Frucht. Damit ein Sauvignon, der alles andere als (sorten-)typisch ist, aber eben doch typisch für diese durch “Steinbewegungen” erschaffene Region.

Und das war sie dann, die erste Begegnung des Weinfreak mit Stein im Wein, lange bevor er den deutschen Riesling für sich entdeckt hat und seitdem nur noch von Terroir, Mineralität und Schiefer faselt.

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