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Der Weinfreak is back – Was hat er getrieben?

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Kategorie: Rosé, Süßwein, Weine Ungarn, Weißwein

… seit dem letzten Artikel vor fast genau einem Monat dann doch mehr, als nur die iPhone App programmieren und designen.

Zwischendurch war er nämlich auch mit Kamerafrau, Weinschwester, Weinschwager und den drei Kids am Balaton aka Plattensee in Ungarn, genauer im Weinbaugebiet Badacsony am Nord-West-Ufer des ungarischen Sees. Gar nicht vorrangig zum Weintrinken, sondern für einen schon vor einem Jahr geplanten Familienurlaub.

Gut, der Balaton ist noch immer ein – wenn auch gemütlicher, unaufgeregter und ländlich anmutender – Touristenpfuhl. Dass man deshalb fast überall nur eher mäßig Trinkfreude bereitenden Wein bekommt, sollte dennoch nicht zwangsläufig sein.

Leider war es aber so. Nun weiß man zwar (oder auch nicht), dass die dort angebauten – in der großen Mehrzahl weißen – Weine aus Olaszrizling, Kéknyelü (“Blaustengler”, obwohl weiß) oder auch Szürkebarát (“Graumönch”, bei uns Grauburgunder) eher einfachen Charakters und wohl nicht zur Welt-Spitze zu zählen sind. Aber ein wenig mehr als Zitronen-Gesichter und Schütteln des ganzen Körpers sollten sie schon hervor rufen.

Selbst das vom Ungarn-Kenner Peter Klinger von BorWerk empfohlene Weingut Istvándy Pincészet hatte nichts im Angebot, was uns jubeln ließ. Zwar waren die Weine durchweg gut gemacht, aber nicht animierend genug, um sie im Keller einlagern zu wollen.

So mussten die schon völlig desillusionierten vier Wein-Tiere bis kurz vor Ende des Urlaubs warten. Eher zufällig trudelten sie samt Pferdekutsche am Geburtstag des Weinschwagers in einem kleinen schnuckeligen Weingut ein, das – was ein Zufall! – ebenfalls von Peter empfohlen worden aber von den Vieren gar nicht als Besuchsziel geplant war: die Szaszi Pince (einige Verkostungsnotizen beim Peter auf BorWerk) in Hegymagas nahe Szigliget.

Es war einfach alles perfekt: Die gemütliche Kutschfahrt zuvor – Bombenwetter – ein gemütlicher Sitzplatz unter alten, Schatten spendenden Bäumen – neugierige, zottelige Hunde, die ihre Köpfe durch Löcher im Maschendrahtzaun steckten und fröhlich mit dem Schwanz wedelten – eine freundliche Mitarbeiterin des Weinguts – unser lieber und sehr Wein-kenntnisreicher Kutschführer Peter – und durchgängig leckere Weine, die meisten davon echte Nasenweine.

Lecker waren sie im Grunde alle, außer vielleicht der Spätburgunder, der ein wenig arg herb am Gaumen war. Gekauft haben wir auch einige, und zwar am nächsten Tag mit dem eigenen Pkw. Wäre ja auch wenig komfortabel gewesen, den Wein per Kutsche ins Ferienhaus zurück zu transportieren:
Den “Kabócás” genannten Olaszrizling mit toller Frucht in der Nase und schöner, mineralischer Säure am Gaumen.
Das Cuvée aus Muskotály und Zenit, letztere Rebsorte eine ungarische Neuzüchtung. Ein totaler Nasenwein, Tropenfrüchte in der Nase, wunderbare Restsüße am Gaumen.
Ferner der Süßwein aus Olaszrizling, nichts Großes, aber dennoch oder gerade deshalb viel Trinkspaß bereitend.
Zuletzt einen für den Sommer geradezu idealen Rosé aus Merlot-Trauben.

Na also, geht doch!

Egészségedre!

Die Jungwinzer bei der Begutachtung der Laubarbeit am Badacsony

Nachtrag: Ganz vergessen zu erzählen hat der zu Kalk im Hirn neigende Weinfreak, dass am Abend nach der Kutschfahrt des Weinschwagers Geburtstag im Weinberg unserer Gastgeber Jörg und Anette gefeiert wurde. Mit Gulasch, Zigeuner-Musik und Olaszrizling.

Zuletzt, eine Idee des lieben Jörgs zum Geburtstag des Weinschwagers, pflanzte die Wein-Familie vor jeder Reihe Olasz noch einen Rosenstock und ein jeder Stock wurde mit einem selbst gestalteten Täfelchen benamst.

Der Weinfreak, ganz viraler Marketinger, nutzte diese schöne Idee für Schleichwerbung:

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Comments

Hallo Andreas,

freut mich, dass die Szászi-Weine gut ankamen. Ja, Istvándy braucht noch etwas Zeit, hoffe ihr konntet die Kalte Platte genießen…!? Seine Kéknyelü muss ich aber schon verteidigen! Wobei es grundsätzlich nicht einfach ist, wirklich durchweg gute Weine aus der Rebsorte zu bekommen.

Peter

Lieber Peter!
Danke noch einmal für Deine Tipps und Mühen, die Du mit mir hattest!
Ich will dem Istvándy nicht Unrecht tun, denn tatsächlich hat mir sein Keknyelü am besten geschmeckt, daneben auch sein Szürkebarát. Wie gesagt, das waren ja keine schlechten Weine. Nur gekauft haben wir sie nach der Verkostung nicht 🙂
Grüße!

Schöner Bericht über Ungarn. Aber wies halt so ist, es gibt in jeder Gegend, in jedem Land guten, schlechten und mittelmäßigen Wein.

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